Wie schön liegt man hier in diesem beschaulichen Ort. Der Hafen ist gut geschützt und sicher. Der Ankergrund gut haltend. Wir nutzen die Zeit zu einem Ausflug zur Burg. Der Weg dorthin zeigt uns Google Maps für Fussgänger und wir kommen am alten Bahnhof vorbei, wo sogar noch eine alte Lok steht. Es wird gerade gebaut und soll wohl ein Cafe werden.
Leider sind wir etwas spät los gekommen und die Sonne brennt mehr als erwartet. Am Fuss der Burg angekommen, geht es unerwartet steil bergan und ich gebe auf halber Strecke auf. Zu heiss, zu steil, zu spät. Ein anderes Mal werde ich einen neuen Versuch starten. Unsere Ursi beisst sich im Vorhaben fest und erstürmt die Burgfeste trotz aller Widrigkeiten. Wir treffen uns später in einem Cafe der Stadt und sie bringt einige Bilder mit.
In der Stadt bunkern wir in einem Supermarkt einige Lebensmittel nach, sodass wir ohne irgendwelche Mangelerscheinungen bis nach Kalamata kommen.
Dann kommt er, der lang in Windy.com angekündigte Südwind und tobt 10 nm vor der Küste. Wir liegen im Schutz der Berge vor Kyparissia und bekommen erstmal nicht viel mit. Doch wohl durch die Ablenkung des Gebirges entsteht ein Wirbel und wir haben auf einmal NO mit 30 kn. Nicht weiter wild, drückt er auf diese Weise fast achterlich ins Heck. Die Leinen halten und der Anker hat fast keine Last. Das ändert sich aber innerhalb der nächsten zwei Stunden und wir haben nun fast Seitenwind mit nun 35 kn. Unsere Nachbarn kämpfen alle mit ihrem Halt im Anker und wir entscheiden uns zur Flucht aus dem Molegetümmel. Leeleine los, die Luvleine wartet auf eine kleine Windpause und dann mit Vollgas raus aus der Lücke um gleich Ruderdruck zu haben. Die Mare Liberum macht förmlich einen Satz nach vorn und wir sind frei ohne Blessuren. Nun drehen wir am Anker in den Wind, kontrollieren, ob der Anker hält und erhöhen die Kettenlänge auf 60 mtr bei 5 m Wassertiefe. Die Kette wird mit Haken gesichert um die Winsch zu entlasten, denn mittlerweile lesen wir auf der Windanzeige Werte über 40 kn. Der Wind heult in den Masten und macht reichlich Lärm, aber unsere Ankerapp zeigt an, dass wir die Position halten. Mittlerweile liegen einige kleinere Boote längsseits, weil der Anker nicht hielt und unser Platz ja jetzt frei ist. Erst gegen 21 Uhr wird es ruhiger. Doch wir gehen auf unseren Platz erst am nächsten Morgen zurück.
Das Wichtigste wie immer: Keiner verletzt, kein Schaden. Alles Gut !
Bilder des Tages:
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| Die Hafenanlage von Kyparissia |
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| Bequemes Längsseitsliegen möglich und im vorderen Bereich ist der Wasseranschluss nahe |
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| Cafe am großen Platz in Kyparissia |
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| Blick von der Burg zum Hafen |
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| Der alte Bahnhof |
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| Die Burg mit Tele fotografiert |